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Fuß: Wohnungen statt Gewerbegebiet

„Das ist ein Stich in das Herz der Fußgängerzone“, sagt Hardy Fuß. Der SPD-Ratsvertreter will die bisherige Planung für das ehemalige Gelände der Steinzeugfabrik Cremer & Breuer nicht akzeptieren. Sie geht aus seiner Sicht in die falsche Richtung: „Das ist der absolute Wahnsinn.“ Statt eines neuen Gewerbegebiets mit großflächigen Unternehmen solle auf der Industriebrache besser ein Wohngebiet entstehen. Um seinem Vorschlag mehr Gewicht zu verleihen, scheute Fuß weder Kosten noch Mühen: Er ließ auf eigene Rechnung von einem Architekturbüro einen alternativen Plan erstellen.
„Potenzielle Kunden“
„Das Areal eignet sich bestens für ein Wohngebiet“, spricht Fuß die gute, zentrale Lage des 145 000 Quadratmeter großen Geländes zwischen Kölner Straße, Bonnstraße und Holzstraße an: „Stadt und Autobahn sind direkt in der Nähe.“ Nach seinen Vorstellungen könnten dort 130 Doppelhäuser und sieben Mehrfamilienhäuser mit 150 Wohnungen gebaut werden. Die 600 bis 750 Leute, die dann dort leben würden, seien außerdem potenzielle Kunden der Geschäfte in der Innenstadt. „Das täte der Fußgängerzone gut“, meint Fuß. Außerdem sieht der Vorschlag von Fuß den Bau eines Kindergartens und eines Spielplatzes vor. Zwischen den Hausreihen gibt es begrünte Flächen. Der nach Fuß‘ Vorstellungen erstellte Plan berücksichtigt allerdings nicht die Auflagen des Denkmalschutzes, wonach die Fassade des Hauptgebäudes sowie zwei Tunnelöfen erhalten bleiben müssen. Auch über Gewerbe lässt Fuß mit sich reden, „wenn es verträglich ist“. Ihm schweben Dienstleistungsunternehmen und Handwerker wie Schreiner oder Fensterbauer entlang der B 264, der Dürener Straße, vor.
Wie Fuß befürchten auch die Ladenbesitzer aus der Innenstadt, dass ihnen weitere Kunden abgezogen werden und die Stadtmitte immer unattraktiver wird. Denn der Eigentümer des Geländes, die Deutsche Steinzeug AG, will dort 5000 Quadratmeter Fläche an ein Gartencenter – das Unternehmen „Denar“ – aus Süddeutschland verkaufen. Ein Vorvertrag ist bereits unterschrieben. Zur Verkaufsfläche gehören dann auch 750 Quadratmeter „Randsortiment“. Und genau in diesen kleinen Zusatzartikeln wie Glas, Keramik oder Fachbüchern sehen die Ladenbesitzer eine Konkurrenz. Laut einer Verträglichkeitsstudie, die die Stadt erstellen ließ, bestehen außerdem keine Bedenken gegen die Ansiedelung eines Bürofachmarktes, eines Fachmarktes für Autoteile sowie eines Teppich- und Tapetenmarktes.
Hohe Erschließungskosten
Ralph Dietrich, der mit seiner Kölner Immobiliengesellschaft das Vorhaben für die Deutsche Steinzeug plant, hält eine Wohnbebauung auf dem Gelände für unmöglich: „Es würde sich kein Investor finden, der die äußeren Erschließungskosten in Höhe von 1,4 Millionen übernehmen würde.“ Dazu gehören ein Teil des vierspurigen Ausbaus der Bonnstraße, der Bau eines Kreisverkehrs in Höhe des Keramions, der Ausbau der Kreuzung Bonn- / Holzstraße sowie eine Zu- und Ausfahrt zum Gelände. Diese Pläne sind vom Ausschuss für Stadtentwicklung bereits beschlossen. Am heutigen Mittwoch, 1. März, werden die Pläne offen gelegt. Im Rahmen dieses Verfahrens können Bürger in einem Zeitraum von einem Monat ihre Bedenken und Anregungen äußern. Der Bürger Fuß jedenfalls wird seinen Plan einreichen. Der Planungsausschuss wird dann alle Eingaben diskutieren.
Aber bis dahin will Fuß nicht untätig bleiben. „Je größer der Druck, desto größer ist die Chance, dass die Ansiedlung von großflächigem Gewerbe abgewendet werden kann.“ Deshalb will sich Fuß jetzt mit der Interessengemeinschaft Frechener Unternehmer (IFU) und dem Aktivkreis, Zusammenschluss Frechener Geschäftsleute, kurzschließen. Er überlegt, eine Unterschriftenaktion anzuleiern.
Sowohl IFU als auch Aktivkreis hatten sich in einer Stellungnahme gegen die von der Deutschen Steinzeug gewünschte Art der Ansiedlung ausgesprochen. Sie fürchten die Konkurrenz des Einzelhandels auf der „grünen Wiese“. Viele Geschäftsleute würden sich schon jetzt über Umsatzrückgänge beklagen. Einige würden sich sogar mit der Absicht tragen, ihre Verträge nicht mehr zu verlängern. Viele Ladenlokale stünden leer, erklärte Wolfgang Geuer, Vorsitzender des Aktivkreises, in einem Schreiben vergangene Woche an Bürgermeister Hans-Willi Meier.

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